Letzte Änderung: 13.08.2025 | globaleyez

 

1600 gefälschte Bankkonten entdeckt

 

 

Zahlungen per Knopfdruck. Es ist so einfach, Ihre allgemeinen Rechnungen, die gerade bei Amazon bestellte Kaffeemaschine, oder Ihre neuen Lieferanten mit wenigen Fingertipps auf Ihrem Smartphone zu bezahlen. Aber sind Sie wirklich sicher, wen Sie da eigentlich bezahlen?

 

Leider dient die Benutzerfreundlichkeit der Smartphone-Bank N26 nicht nur ehrlichen Kunden, sondern entpuppt sich auch als gute Gelegenheit für Betrüger. So ist N26 mal wieder ins Rampenlicht gerückt.

 

 

Was ist N26?

N26 wurde 2013 gegründet und ist eine Online-Bank mit Sitz in Berlin. Sie verfügt über die meisten Funktionen einer traditionellen Bank: Kunden können Girokonten und Kreditkarten (auch physische) nutzen, Zahlungen senden und empfangen usw., aber all dies geschieht online über ihre Smartphone-Banking-App.

 

N26 verfügt über eine europäische Banklizenz, und die EU-Richtlinien zum Schutz von Einlagen bis zu 100.000 € gelten auch für die Kunden von N26. Darüber hinaus bietet die Smartphone-basierte Bank ihren Nutzern erstklassige Sicherheit, einschließlich der 3D-Secure-Technologie. N26 ist in verschiedenen Regionen der Welt verfügbar, darunter in der EU, der Schweiz, Großbritannien, den USA und Brasilien. Der Bruttoumsatz der Bank belief sich im Jahr 2023 auf rund 313,5 Millionen Euro.

 

Die Bank wirbt auch mit ihrer Benutzerfreundlichkeit und schnellen Abwicklung. Kunden sollen innerhalb von 8 Minuten ein kostenloses Bankkonto erstellen können. Kein Wunder, dass auch Betrüger N26 für sich entdeckt haben.

 

 

Ein Screenshot der Homepage von n26.comEin Screenshot der Homepage von n26.com

 

 

Leicht zu nutzen, leicht auszunutzen

N26 bewegt sich schon länger in der Welt der Skandale um betrügerische Konten. Bereits 2019 wurde in den Nachrichten über mehrere hundert gefälschte Konten berichtet, die für Geldwäsche und E-Commerce-Betrug genutzt wurden.

 

Im Jahr 2021 schien sich die Geschichte zu wiederholen, nur mit noch größeren Zahlen. Wie das Handelsblatt berichtete, wurden zwischen Mai 2019 und Juli 2021 nicht weniger als 1600 gefälschte Konten eingerichtet. Die meisten dieser Konten scheinen von gefälschten Shops und betrügerischen Verkäufern auf eBay genutzt worden zu sein.

 

Die Liste wurde auf der Grundlage von Informationen erstellt, die aus öffentlich zugänglichen Kundenmeldungen in verschiedenen Internetforen, z. B. auktionshilfe.info, und aus Datenlecks gewonnen wurden.

 

Obwohl N26 sich weigerte, Informationen über seine Kontoinhaber weiterzugeben, bestätigte ein Sprecher, dass die Liste N26-Konten enthielt, die des Betrugs verdächtigt wurden und in den meisten Fällen bereits geschlossen worden waren. Die genaue Anzahl der betroffenen N26-Konten wurde jedoch nicht genannt.

 

 

Auf dem Prüfstand

N26 verzeichnete in den letzten Jahren einen Anstieg der Kundenzahlen, was zumindest teilweise auf die Coronavirus-Pandemie und deren Auswirkungen auf den E-Commerce sowie das physische Bankwesen zurückzuführen ist. Zwischen dem Geschäftsjahr 2023 und Oktober 2024 verzeichnete N26 durchschnittlich mehr als 200.000 Neukundenanmeldungen pro Monat.

 

Im Jahr 2021 befanden sich unter den Kunden von N26 auch einige Betrüger mit unlauteren Absichten. Diese Absichten bestehen in der Regel darin, Marken und Kunden durch den Verkauf von Produkten, die gegen das Urheberrecht verstoßen, zu betrügen oder das E-Commerce-Geschäft als Deckmantel für andere illegale Aktivitäten wie Geldwäsche zu nutzen. Oder vielleicht sogar beides.

 

Im Allgemeinen sind Zahlungen ein wesentlicher Schritt in diesem Prozess, aber die Einrichtung eines Systems für nicht zurückverfolgbare Zahlungen wird von Tag zu Tag schwieriger. Da der Sektor verschiedenen KYC-Vorschriften unterliegt, müssen Betrüger neue Wege finden, um ihre Zahlungen abzuwickeln.

 

In seinem investigativen Artikel hat das Handelsblatt eine Umfrage unter verschiedenen deutschen Behörden zur Anzahl betrügerischer Konten bei verschiedenen Finanzinstituten durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass von 362 Geldwäschemeldungen im Bundesland Brandenburg 42 Täter Kunden von N26 waren. In einem anderen Bundesland, Niedersachsen, stand jeder zehnte Geldwäschefall in Verbindung mit einem N26-Konto.

 

Das bedeutet, dass N26 zu den Banken mit der höchsten Quote an betrügerischen Konten gehörte. Warum konnte das sein? Diese Frage ist schwer zu beantworten, aber die einfache Registrierung für Kunden dürfte einer der Hauptgründe sein. Darüber hinaus war es sehr wahrscheinlich, dass die Art und Weise, wie N26 seine Kunden überprüfte und identifizierte, unzureichend war.

 

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat N26 auf dieses Problem hingewiesen und die Bank aufgefordert, strengere Maßnahmen gegen Geldwäsche auf der Plattform zu ergreifen. Um die Angelegenheit voranzutreiben, hat die BaFin einen Sonderbeauftragten zu N26 entsandt, der die Fortschritte in diesem Bereich überwachen soll.

 

 

Zahlungen schützen, Marken schützen

Zahlungen sind ein wirksames Hilfsmittel für Online-Markenschutzexperten. Das Verfolgen des Geldflusses hat uns unzählige Male dabei geholfen, Betrüger und ihre IP-rechtsverletzenden Angebote aufzudecken.

 

Auch wenn es für eine Marke schwierig sein mag, eine Zahlung zurückzuverfolgen, ist dies doch einer der wichtigsten Bestandteile unserer Arbeit als Markenschutzexperten. Wir arbeiten hervorragend mit mehreren Zahlungsanbietern zusammen und können sogar die Entfernung betrügerischer Zahlungsmittel sicherstellen. Unsere umfassenden Services sind hochgradig skalierbar und werden exakt an die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst.

 

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